Montag, 22. Juli 2019
Karges Land
Es gibt einen Ort, dort kommen kaum die winzigsten Blütenpflanzen auf.
Wollgras, ja.
Moose, Flechten.
Schneeammer, auffällig flatternd, verheddert sich im drahtigen Gras.
Permafrostboden, unsichtbares Eis.
Als ich nach der Ankunft aus dem Hotel komme, steht dort ein Rentier und grast unbeirrt.
Coalmines Cabin, das ist keine Erfindung.
Es gibt ein Kaffeehaus, dort trifft sich die Schickeria der Insel.
Ein wunderbares Restaurant, leider keine Zeit.
Eine Bibliothek, ein Kultursaal.
Irgendwann kommen die Rolling Stones hierher.
Eine Kirche aus Holz, im ersten Stock.
Man geht durchs Kaffeehaus hinein.
Drinnen die Orgel, draußen das Klavier.
Alle Häuser auf Stelzen.
Holzhäuser in Bodenfarben, braun, grün, ocker, blaugrau.
Hölzerne Galgen auf den braunen Berghängen,
in langen Reihen.
Das waren Kohleseilbahnen.
Einige Minen sind noch in Betrieb.
Ein Drittel der Kohle für die Insel,
zwei Drittel für den Verkauf.
Hinausgehen zur Mine darf ich nicht.
Wegen der Eisbären.
Ins Dorf kommen sie nicht.
Aber wir sehen:
Arche Noah für Pflanzen
für vier Millionen Arten
300 Meter unter der Oberfläche
tiefgekühlt.
Riesenteleskope für meteorologische Forschung.
Die Universität für Polarforschung.
Die Station zur Erforschung der Aurora polaris,
die ins finstere Seitental ausgewichen ist wegen zu viel Lichts
in der monatelangen Polarnacht.
Hundeschlitten im Galopp über Sandstraßen.
Weißwangengänse trippeln über die Straße im Gänsemarsch. Die grauen wolligen Küken wollen nicht mehr und setzen sich hin. An Ort und Stelle.
Oben am Berg bläst ein kalter Wind.
An den braunen Hängen kann man die Erdzeitalter erkennen.
Alle.
Swalbard ist wirklich alt.
Die Wolken sind tiefer gesunken.
Am Ortsrand sind die Hundezwinger.
Lautes Gekläff, als wir aussteigen und sie bedauern.
Die Besitzer kommen zu Besuch, füttern sie.
Aber die Hunde wohnen hier draußen.
Das sind keine Stubentiere.

Zwei Rotkehlentaucher.
Als der Wagen anhält, bekommen sie es eilig.
Der Wind kräuselt das Wasser.
Die Sandpiste verliert sich in der Ferne.
Oben sind Schneeflecken.
Eine Holzhütte auf der Anhöhe, von Trappern bewohnt.
Draußen die Hunde, auf einem Gestell getrocknete Seehunde.

Es wird Abend, wir fahren zurück.
Das Licht hat sich nicht geändert.
Es wird noch Wochen so bleiben.
Sommer in Langyearbyen, Spitzbergen.
Aber in Coalmines Cabin gibt es einen Vorhang





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Sehr schöne Einblicke.
Liebe Grüße

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